Der Tätigkeitsbereich der Europäischen Union im Bereich der Außenbeziehungen umfasst verschiedene Bereiche und basiert auf Grundsätzen, die zur Gründung, Entwicklung und Erweiterung der EU, und vor allem zur Förderung der Menschenrechte und Demokratie geführt haben. Die Außenbeziehungen spiegeln ebenso die strategischen Interessen und Ziele der EU wider, die sowohl auf innerer und äußerer Ebene einheitlich verfolgt werden. Die EU hat weltweit gut strukturierte politische und Handelsbeziehungen mit Drittstaaten und anderen Partnerregionen. Diese Beziehungen werden sowohl auf bilateraler als auch innerhalb multilateraler Organisationen gepflegt. Die Haupteinsatzgebiete der EU-Außenbeziehungen sind folgende:
• Außen- und Sicherheitspolitik;
• Handelspolitik;
• politische Beziehungen mit Drittstaaten, entsprechend den politischen Prioritäten der EU;
• Erweiterung und Nachbarländer;
• Entwicklungspolitik;
• Humanitäre Hilfsprojekte.

Der Vertrag von Lissabon, der 2009 in Kraft getreten ist, hat einige wichtige Elemente im Bereich der Außenbeziehungen eingeführt. Durch den Vertrag wurde die Position des Hohen Vertreters/ der Hohen Vertreterin der EU für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (diese Position stellt gleichzeitig den Vizepräsidenten/die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission dar) sowie der Europäische Auswärtige Dienst – der diplomatische Corps der EU – geschaffen.
Die Entwicklungspolitik stellt einen wichtigen Bereich dar. Die EU und ihre Mitgliedstaaten leisten jährlich mehr als die Hälfte der gesamten Entwicklungshilfe. Im Jahr 2013 überstieg der Betrag der vergebenen Mittel 55 Milliarden Euro. Dies hat die EU als internationalen Geldgeber betreffend den Umfang der öffentlichen Entwicklungshilfe bestätigt. Das Hauptaugenmerk in der Entwicklungspolitik der EU liegt auf Armutsbekämpfung und Förderung nachhaltiger Entwicklung, da diese die Grundpfeiler der Mitteilung „Eine Agenda für den Wandel“ (2011) darstellen. In dieser Mitteilung hat die Kommission die neuen Prinzipien und Prioritäten dargelegt, die den Grundsätzen für die Entwicklung in der EU zugrundeliegen. Damit diese Zielsetzungen innerhalb des Zeitraums 2014-2020 erreicht werden können, hat die Kommission mehrere geographische und thematische Programme gestartet, deren Ziele und Prioritäten eng mit den internen Zielen und Prioritäten der EU verbunden sind. Fördermittel und Ausschreibungen sind immer noch die gängigsten Maßnahmen dieser Programme zur Umsetzung der Aktionen in den Empfängerstaaten. Unternehmen und vor allem KMU haben immer mehr Möglichkeiten, an diesen von der Kommission mitfinanzierten Projekten teilzunehmen und von ihnen zu profitieren, da ihre Rolle als treibende Kräfte in der wirtschaftlichen Entwicklung bei internationalen Geldgebern breite Anerkennung findet. In letzter Zeit gewinnen Finanzierungsinstrumente immer mehr an Bedeutung. Diese kombinieren EU-Fördergelder und Darlehen aus öffentlichen (Entwicklungsbanken) und privaten Stellen, um somit die Hebelwirkung betreffend die Mobilisierung von zusätzlichem Kapital für Investitionsprojekte in den Empfängerstaaten der EU-Entwicklungspolitik zu maximieren.

Weiterführende Links:

Europäische Union – Auswärtiger Dienst

Europäische Kommission – Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung

Europäische Kommission – Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen

Europäische Kommission – Humanitäre Hilfe und Zivilschutz

Europäisches Parlament – Entwicklungsausschuss (DEVE)

Europäisches Parlament – Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten

Rat der Europäischen Union – Auswärtige Angelegenheiten (FAC)

Ausschuss der Regionen – Fachkommission für Unionsbürgerschaft, Regieren, institutionelle Fragen und Außenbeziehungen (CIVEX)

 

 

 

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