In der aktuellen Ausgabe des EU Update geht es um das EU-Kompetenzprofil-Tool für Drittstaatsangehörige. 

Anlässlich des Weltflüchtlingstags der Vereinten Nationen stellte die Europäische Kommission am 20. Juni 2017 das „EU-Instrument zur Erstellung von Kompetenzprofilen für Drittstaatsangehörige“ vor. Am 6. November 2017 wird dieses nun offiziell vorgestellt werden und zugänglich sein.

Drittstaatsangehörige (Migranten aus Drittstaaten) können einen aktiven Beitrag zu den europäischen Gesellschaften leisten, wenn ihre Integration in die Gesellschaft ihres Aufnahmestaats gelingt. Die Integration dieser Menschen stellt eine der bedeutendsten Herausforderungen dar, denen alle EU-Bürger gegenüberstehen, da die Kosten der Nichtintegration die Kosten wirksamer Integrationsmaßnahmen langfristig weit übersteigen.

Ungefähr ein Viertel der Drittstaatsangehörigen in der EU haben ein hohes Bildungsniveau; dieser Anteil liegt deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Es ist jedoch auch zu berücksichtigen, dass ca. zwei Drittel dieser hochqualifizierten Drittstaatsangehörigen entweder nicht erwerbstätig, arbeitslos oder für die Tätigkeit, die sie gerade ausüben, überqualifiziert sind für ihre Arbeit überqualifiziert sind. Unterstützung benötigen sowohl hochqualifizierte Drittstaatsangehörige bei der Suche nach einer ihren Kompetenzen entsprechenden Arbeit, als auch weniger qualifizierte Drittstaatsangehörige, denen der Zugang zum Arbeitsmarkt durch eine Weiterbildung ermöglicht werden muss. Das „EU-Instrument zur Erstellung von Kompetenzprofilen“ wird allen Drittstaatsangehören zugutekommen, besonders jedoch den Neuankömmlingen.

Für die nationalen Behörden (z. B. Aufnahmezentren, Integrationsdienste) und die öffentlichen Arbeitsverwaltungen ist es nach wie vor schwierig, sich zunächst einen guten Überblick über die Kompetenzen und Qualifikationen zu verschaffen, die neu angekommene Drittstaatsangehörige mitbringen, denn nur so können sie diesen Menschen zu einer Beschäftigung, einer Bildungsmaßnahme oder zur Anerkennung ihrer Kompetenzen/Qualifikationen verhelfen. Ein mehrsprachiges Instrument, das alle Informationen zum Thema Arbeit und Bildung enthält, kann die Eingliederung in den Arbeitsmarkt der EU und damit in die Gesellschaft erleichtern.

Es handelt sich dabei genauer um einen Online-Editor, der es Drittstaatsangehörigen ermöglicht, ihre Kompetenzen, Qualifikationen und Erfahrungen so zu präsentieren, dass sie in der gesamten Europäischen Union verstanden werden. Es hilft Organisationen, spezifische Bedürfnisse wie Sprachunterreicht, Jobberatung oder Weiterbildung zu ermitteln und vereinfacht letztlich den Prozess der Stellenvermittlung für Arbeitssuchende.
Das EU-Kompetenzprofil-Tool kann von nationalen Behörden und anderen Diensten genutzt werden, die in (einem ersten) Kontakt mit Drittstaatangehörigen treten. Sachbearbeiter oder Mitarbeiter dieser Organisationen sollten das Tool zusammen mit der jeweiligen Person ausfüllen.

Durch das EU-Kompetenzprofil-Tool werden wertvolle Kompetenzen und Erfahrungen sichtbar und verhilft somit wesentlich zur Integration der Drittstaatangehörigen (Asylbewerber, Flüchtlinge, Personen mit Anspruch auf internationalen Schutz und andere Kategorien von Migranten).

Es ist zudem mehrsprachig, damit sichergestellt wird, dass die Kompetenzen genau verstanden werden. Dabei ist es nicht nur in allen 26 EU-Amtssprachen erhältlich, sondern auch in Arabisch, Farsi, Paschtu, Sorani, Somali und Tigrinya.
Das EU-Kompetenzprofil-Tool besteht aus mehreren Teilen:

• Aus personenbezogenen Daten (Angaben zur Person, Kontaktdaten),
• Erwartungen (Angabe der unmittelbaren Ziele wie etwa Spracherwerb, Teilnahme an Integrationskursen usw.),
• Kompetenzermittlung (Zusammenfassung der sprachlichen Kompetenzen, Bildung und Ausbildung, digitalen und fachlichen Kompetenzen, außerberuflichen Kompetenzen und anderen Kompetenzen wie Teamfähigkeit oder Fachkenntnisse),
• Gesamtbeurteilung und nächste Schritte (Empfehlungen des Sachbearbeiters auf Grundlage der Kompetenzermittlungen).

Das Kompetenzprofil-Instrument ist ein flexibles Instrument, das sich an nationale oder lokale Bedürfnisse anpassen lässt. Es kann als eigenständiges Ganzes eingesetzt werden, doch können Mitgliedstaaten (insbesondere in Aufnahmezentren, Migrationsbehörden, Integrationsdiensten, öffentlichen Arbeitsverwaltungen) sowie Interessenträger und Nichtregierungsorganisationen auch nur die für sie relevanten Teile ausfüllen.

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