Am 12. April fand eine Konferenz zum Thema der Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt beim Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) statt.

Dabei wurde die Empfehlung des Rates zur Wiedereingliederung Langzeitarbeitsloser in den Arbeitsmarkt (Raccomandazione del Consiglio sull'inserimento dei disoccupati di lungo periodo nel mercato del lavoro) und der dazu durchgeführte Studienentwurf „Implementation of the Council Recommendation of 15 February 2016 on the integration of the long-term unemployed into the labour market in a selection of six Member States: a civil society perspective“ von der Arbeitsmarktbeobachtungsstelle (ABS) des EWSA vorgestellt.


Nach der Definition von Eurostat zählen zu den Langzeitarbeitslosen Personen, die seit mehr als zwölf Monaten arbeitslos und aktiv auf der Suche nach Arbeit sind. Im Jahr 2014 betrug die Anzahl von Langzeitarbeitslosen zwölf Millionen. Nach den aktuellen Daten sind zurzeit acht Millionen Menschen langzeitarbeitslos, davon sind fünf Millionen seit mehr als zwei Jahren auf der Suche nach Arbeit.

Der Rat empfiehlt den Mitgliedstaaten eine Registrierungsstelle von Langzeitarbeitslosen einzurichten, den Aufbau einer personalisierten Beziehung zwischen den Arbeitslosen und den Vermittlungen zu fördern, ein besseres Informationsangebot von freien Arbeitsstellen bereitzustellen, den Arbeitslosen eine zentrale und permanente Kontaktstelle zur Verfügung zu stellen, eine engere Zusammenarbeit von Arbeitgebern, Sozialpartnern, Arbeitsverwaltung, Behörden und sozialen Einrichtungen zu fördern und für die Personen, die länger als 18 Monate arbeitslos sind, eine spezifische Wiedereingliederungsvereinbarung (schriftliche Vereinbarung zwischen dem Arbeitslosen und der Arbeitsverwaltung, die Ziele und Zeitpläne festlegt, um den Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt wiedereinzugliedern) anzubieten.

Bei der Konferenz hob der Präsident der ABS, Carlos Trindade, die Wichtigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Arbeitgebern und den Behörden hervor. Er forderte besonders mehr Engagement für die Arbeitslosen, die schon seit längerer Zeit auf der Suche nach Arbeit sind. Ben Egan von dem Europäischen Gewerkschaftsbund unterstrich die Notwendigkeit, Gewerkschaften im Prozess mehr miteinzubringen. Brando Benifei, Mitglied zum Europäischen Parlament, erklärte, dass die Langzeitarbeitslosigkeit nicht nur die Wirtschaft schwächen würde, sondern es auch eine Armutsfalle sei. Die Armutsgefahr in Europa liegt derzeit bei 23%.

Guillaume Cravero, Senior Adviser von Businesseurope, wies vor allem auf das Problem hin, dass 70 Prozent der Arbeitsstellen nicht öffentlich ausgeschrieben werden. Zudem betonte er, dass die meisten Stellenangebote online verfügbar sind und schlug vor, diese Informationen in der Studie mehr zu berücksichtigen.

Trotz leichtem Rückgang der Anzahl von Langzeitarbeitslosen, bleibt die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit als Herausforderung bestehen. Dies betonte Anita Vella von der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration der Europäischen Kommission. Sie erklärte zudem, dass die Kommission im Jahr 2019 einen Bericht zu diesem Thema veröffentlichen wird.

Den vollständigen Bericht finden Sie als PDF Version hier.

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