Mobilität spielt in unserer Gesellschaft eine bedeutende Rolle. Die Möglichkeit schnell, sicher und effizient von einem Ort an einen anderen zu gelangen ist Voraussetzung einer modernen Wirtschaft und vieler sozialer Aktivitäten. Mit dem Paket „Europa in Bewegung“ hat sich die Europäische Kommission das Ziel gesetzt, die Vorteile, die der technologische Wandel für den Verkehrssektor mit sich bringt, allen  BürgerInnen zugänglich zu machen. Europas Verkehr soll sicherer, umweltfreundlicher und effizienter werden. Europas Industrie soll in der Entwicklung der notwendigen Technologien eine führende Rolle einnehmen.  Seit Mai 2017 hat die Kommission drei Maßnahmenbündel zur Umsetzung von „Europa in Bewegung“ vorgestellt.

Sichere Mobilität

Im Bereich Verkehrssicherheit konnten bereits erhebliche Fortschritte erreicht werden. Zwischen 2010 und 2017 ist die Zahl der Verkehrstoten in Europa um durchschnittlich 20 Prozent gesunken. Durch die Überarbeitung der Verordnung über die allgemeine Sicherheit von Fahrzeugen und der Verordnung zum Schutz von Fußgängern möchte die Kommission diesen Trend weiter fortsetzen. Bis 2050 soll die Zahl der Verkehrstoten in Europa gegen Null gehen. Dies soll etwa durch die verpflichtende Einführung verschiedener Fahrassistenzsysteme in Neuwagen geschehen. Vorgeschlagen sind Spurhalte- und Notbremssysteme sowie Technologien für die Zustandserkennung des Fahrers. Außerdem soll geprüft werden, ob die nachträgliche Aufrüstung von Bussen und Lastkraftwagen mit solchen Systemen machbar und wirtschaftlich ist.

Um die Sicherheit auf den Straßen weiter zu erhöhen wird der Europäische Struktur- und Investitionsfonds die Nachrüstung von Straßen, vor allem in Mitgliedstaaten mit einer schlechten Bilanz in Sachenverkehrssicherheit, unterstützen. Straßen und Geschwindigkeitsbegrenzungen sollen so gestaltet werden, dass Unfälle keine tödlichen Folgen mehr haben.

Das eCall-System ist in allen Neuwagen in der EU, deren Typengenehmigung nach dem 31. März 2018 erfolgt ist, Pflicht. Das System sorgt durch die automatische Verständigung der Einsatzkräfte bei Unfällen für schnellere Rettungsmaßnahmen und trägt somit zur Reduzierung tödlicher Unfälle bei.

Umweltfreundliche Mobilität

Um die europäischen Klimaziele zu erreichen müssen die Treibhausgasemissionen auch im Verkehrssektor reduziert werden. Noch stammen 20 Prozent der in Europa emittierten Treibhausgase aus diesem Bereich. Der Ausstoß von Stickoxiden stellt außerdem eine große Belastung für Städte und die Anwohner wichtiger Verkehrsrouten dar.

Im Rahmen von Europa in Bewegung schlägt die Kommission erstmals vor den CO2-Ausstoß schwerer Nutzfahrzeuge zu regulieren. Diese machen etwa ein Viertel der CO2-Emissionen im Verkehrssektor aus. Der Vorschlag der Kommission soll auch zu höheren Investitionen der Hersteller in Forschung und Innovation führen. Transportunternehmen sollen langfristig durch Einsparungen bei den Treibstoffkosten profitieren.

Im Rahmen der Energiewende treibt die Europäische Kommission auch die Entwicklung und Einführung von Elektrofahrzeugen voran. In diesem Bereich ist die Entwicklung und Herstellung von Batterien von strategischer Bedeutung. Da die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich sehr kostspielig ist, hat die Kommission gemeinsam mit Akteuren aus der Industrie, einigen Mitgliedsstaaten und der Europäischen Investitionsbank die „Europäische Batterie-Allianz“ ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser Plattform soll die Entwicklung von Batterietechnologien in Europa vorangetrieben werden.

Vernetzte und automatisierte Mobilität

Die vernetzte und automatisierte Mobilität bietet erhebliches Potential die Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr und zur Verminderung der Verkehrsüberlastung. Laut einem Bericht der Kommission zur Fahrzeugsicherheit in der Europäischen Union sind mehr als 90 Prozent aller Verkehrsunfälle auf menschliches Versagen zurück zu führen. Selbstfahrende Fahrzeuge könnten erheblich zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr beitragen. Diese Technologien halten Verkehrsregeln genauer ein und reagieren schneller als der Mensch.

Die Europäische Union treibt die Einführung automatisierter und vernetzter Fahrzeuge etwa durch die Förderung der notwendigen Infrastruktur, wie der 5G-Netzwerktechnologie, voran.

 

 

Markus Weger

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