Die Freizügigkeit von Arbeitnehmern in Europa ist ein Recht, das durch den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (Artikel 45) garantiert ist. Die Wirtschaftskrise hat die junge Generation besonders hart getroffen. Über fünf Millionen junge Europäer sind auf der Suche nach einem Arbeitsplatz. Viele von ihnen sind daran interessiert, im Ausland zu arbeiten. Gleichzeitig bleiben zahlreiche freie Stellen unbesetzt, da sich unter den verfügbaren Arbeitskräften keine geeigneten Bewerber finden.


Das EURES-Portal
EURES wurde 1993 als ein Kooperationsnetzwerk zwischen der Europäischen Kommission und den öffentlichen Arbeitsverwaltungen des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), bestehend aus den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie Norwegen, Liechtenstein, der Schweiz und Island, eingerichtet. EURES verfügt über ein Webportal und ein Netz von mehr als 850 Beratern. Es bildet eine grenzüberschreitende Plattform mit Informationen, Beratung und Orientierung für Arbeitssuchende und Arbeitgeber aus ganz Europa. EURES soll ein Hilfsmittel sein, um Ungleichgewichte auf dem EU-Arbeitsmarkt abzubauen, indem die berufliche Mobilität insbesondere zwischen EU-Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit und Ländern mit Fachkräftemangel in bestimmten Wirtschaftssektoren gefördert wird.


Dein erster EURES-Arbeitsplatz
Hierbei handelt es sich um eine Maßnahme zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und zur Förderung der beruflichen Mobilität junger Menschen. Die Initiative richtet sich an junge Arbeitsuchende und Berufsumsteiger im Alter von 18 bis 30 Jahren und bezieht sich auf die allererste Beschäftigungsmöglichkeit, eines jungen Arbeitsuchenden/Berufsumsteiger in einem anderen EU-Land. Insbesondere der erste Übergang von der Ausbildung in die Beschäftigung soll erleichtern werden. Ein besonderer Schwerpunkt wird auch auf die Teilnahme kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) gelegt. Dein erster EURES-Arbeitsplatz soll jungen Menschen den Zugang zu Arbeitsplätzen erleichtern und Arbeitgebern die Möglichkeit bieten, die Mitarbeiter zu finden, die auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene nicht verfügbar sind. Förderwürdige Arbeitsstellen müssen sich in einem anderen EU-Land als im Wohnsitzland der jungen Arbeitsuchenden befinden und mit einer Vergütung und einer Mindestvertragsdauer von 6 Monaten verbunden sein. Außerdem kann für die Reise- und Aufenthaltskosten, die im Zusammenhang mit der Reise zu einem Vorstellungsgespräch und/oder dem Umzug in ein anderes EU-Land entstehen, um dort eine Stelle anzutreten, finanzielle Unterstützung gewährt werden.


EURES in Grenzregionen
Die Regionen an den EU-Binnengrenzen machen 40 % des Territoriums der Union aus und beherbergen knapp 2 Millionen Grenzgänger. 2016 gab es in der EU mehr als 1,4 Millionen Menschen, die in einem Land lebten und in einem anderen arbeiteten. Diese Zahl ist im Laufe der Jahre kontinuierlich gestiegen. Unter dem Dach von EaSI, dem EU-Programm für Beschäftigung und soziale Innovation, hilft EURES Grenzgängern bei der Überwindung dieser Hindernisse, indem es grenzüberschreitende Partnerschaften finanziell unterstützt.
An diesen Partnerschaften sind EURES-Mitglieder und Partner beteiligt, die zur Förderung der Mobilität von Arbeitnehmern und Arbeitgebern grenzübergreifend zusammenarbeiten.
Das übergeordnete Ziel dieser Partnerschaften besteht darin, sich mit Arbeitsuchenden und Arbeitgebern zum Thema der grenzüberschreitenden beruflichen Mobilität auszutauschen und zu beraten, Praktikumsplätze anzubieten und Dienstleistungen vor und nach der Einstellung zur Verfügung zu stellen. Zur Unterstützung der Arbeitnehmer in jeder Phase ihres beruflichen Werdegangs und zur Beantwortung der Fragen, die sie möglicherweise zu den praktischen Aspekten der Arbeit in einem anderen Land haben, stehen Expertenpools zur Verfügung.
Im Rahmen der Partnerschaften werden jedes Jahr zahlreiche Aktivitäten zur Unterstützung von Arbeitsuchenden und Arbeitgebern gleichermaßen durchgeführt. Zu den derzeitigen Höhepunkten gehören ein Coaching für Arbeitsuchende in der Altersgruppe 50+, grenzübergreifende Lehrlingsausbildungsprogramme und eine neue App zur Besetzung von freien Stellen entlang der belgisch-niederländischen Grenze.

Giulia Chiarel

 

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