Am Abend des 29. Jänners besuchte eine Gruppe von LehrerInnen aus Tirol, Südtirol und Trentino das Gemeinsame Verbindungsbüro der Europaregion in Brüssel, um sich mit den DirektorInnen sowie den beiden Abgeordneten zum Europäischen Parlament Barbara Thaler (Tirol) und Herbert Dorfmann (Südtirol und Trentino) auszutauschen.

Die Reise nach Brüssel wird von der Pädagogischen Hochschule Tirol bereits seit mehreren Jahren veranstaltet, um LehrerInnen die EU näherzubringen und greifbarer zu machen. Eine wichtige Erfahrung, fungieren doch die PädagogInnen als Multiplikatoren und können das Wissen aus erster Hand direkt an ihre SchülerInnen weitergeben. Nach mehreren Fahrten mit reiner Tiroler Beteiligung, war es nun endlich soweit, über die Euregio-Kooperation der drei Regionen auch LehrerInnen aus der autonomen Provinz Bozen und der Provinz Trentino einzubinden. Denn grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist nicht nur unter der jungen Bevölkerung wichtig, sondern auf allen Ebenen und vor allem für die Gemeinsame Vertretung der Europaregion in Brüssel. Als Leiterin der LehrerInnen-Gruppe fungierte die ehemalige EU-Abgeordnete Eva Lichtenberger.

Trotz der laufenden Plenartagung zum Thema europäische Verkehrsstrategie des Parlament nahmen sich die beiden Parlamentsabgeordneten Barbara Thaler und Herbert Dorfmann in ihrer Pause Zeit, in der gemeinsamen Vertretung vorbeizuschauen und ein wenig aus ihrem Arbeitsalltag zu erzählen. Beide Parlamentarier waren sich einig, dass sie sich keine schönere Aufgabe vorstellen könnten, als die Interessen der BürgerInnen ihrer Regionen hier in Brüssel zu vertreten und auf Partikularitäten des alpenländischen Raums aufmerksam zu machen.

Barbara Thaler ist u.a. Mitglied im Ausschuss für Verkehr und Tourismus und eine starke Fürsprecherin für den Ausbau des Schienenverkehrsnetzes. Ihr persönliches Langzeit-Herzensprojekt ist der Abbau der Hürden im europäischen grenzüberschreitenden Zugverkehr. Veraltete Rechtsvorschriften und fehlende Logistik behindern den raschen Ausbau des Zuges als echte Alternative zu Flugzeugen und LKWs. "Gut funktionierende Verkehrsnetze in Europa sind das zentrale Nervensystem unserer Wirtschaft und zur Sicherung unseres Wohlstands und unserer Arbeitsplätze unverzichtbar“, sagt Thaler dazu.

Herbert Dorfmann sprach vor allem über seine Tätigkeiten im Landwirtschaftsausschuss. Er merkte mit Nachdruck an, wie wichtig es für gebirgige Gebiete wie der Europaregion Tiro-Südtirol-Trentino ist, in der EU eine eigene Stimme zu besitzen. Denn die Bewirtschaftung der steilen Hänge ist nicht vergleichbar mit jener von flachen Regionen und gehört daher besonders gefördert.

Bei der Abendveranstaltung blieb selbstverständlich auch Zeit, Fragen an die Abgeordneten zu stellen. Dies wurde von den LehrerInnen sehr gut angenommen. Diskutiert wurde vor allem über die Brenner-Verkehrssituation und die andauernden Grenzkontrollen in Bayern.

Anschließend stellten die DirektorInnen die Aktivitäten und Wichtigkeit der Gemeinsamen Vertretung vor. Auch sie kamen darauf zurück, dass die verschiedenen Regionen Europas verschiedenen geographischen Voraussetzungen unterliegen. Daher ist es enorm wichtig, den EntscheidungsträgerInnen, welche nicht jede Regionen bestens kennen können, die Ausgangssituationen darzulegen und die Interessen der Regionen und der BürgerInnen in Brüssel zu vertreten.

20200129 191237

 

 

 

 

Tags: event deutsch