Am 5. Oktober 2020 hat die Europäische Woche der Regionen und der Städte (European Week of Regions and Cities – EWRC) begonnen, die dieses Jahr online abgehalten wird und deren Dauer auf insgesamt drei Wochen ausgedehnt wurde. EWRC ist die größte jährliche Veranstaltung zur Regionalpolitik in Brüssel und hat sich in den letzten Jahren zu einer einzigartigen Kommunikations- und Netzwerkplattform entwickelt, die Regionen und Städte aus ganz Europa zusammenbringt, um Strategien und Ideen auszutauschen. Das diesjährige Event stand unter drei Hauptthemen: Stärkung und Unterstützung der Bürger, Kohäsion und Kooperation in der EU sowie ein Grünes Europa. In diesen letzten Wochen haben auch das Land Südtirol und die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino an drei Veranstaltungen der EWRC teilgenommen.

 

1. „EGTC boosting CBC: New Approaches“
In dieser Veranstaltung haben sich Vertreter zweier Europäischer Verbunde für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ), darunter auch die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, über ihre Erfahrungen ausgetauscht. Der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher berichtete, dass grenzüberschreitenden Zusammenarbeit besonders in der Corona-Pandemie an Wichtigkeit dazugewonnen hätte. In der Vergangenheit seien es vor allem bürokratische und ad-ministrative Hindernisse gewesen, die ein gemeinsames Handeln erschwert hätten – dem will man nun durch europäische und lokale Projekte entgegenwirken. Matthias Fink, der Generalsekretär der Europaregion, ging dabei genauer auf das EU-Programm Fit4Co ein. Das Hauptziel der Initiative sei die Stärkung der grenzüberschreitenden Integration. Dabei wurden verschiedene regionale Projekte ausgewählt, die durch diesen Rahmen finanziert werden können. Als Symbol für diese Zusammenarbeit steht die Europahütte, die sich genau auf der Grenze zwischen Südtirol und Tirol befindet und nach dem Umbau gemeinsam von beiden Provinzen verwaltet wird. In diesem Video finden Sie mehr Informationen zum Projekt.

2. „Cross-border cooperation in mobility“
In diesem Kontext wurden hingegen die Ergebnisse des Projekts Connect2CE vorgestellt. Der Teamleiter der 4. Actiongruppe von EUSALP ist mit Patrick Skoniezki wiederum ein Vertreter der Europaregion. Ziel dieses Projekt war die Förderung der Intermodalität und Interoperabilität im Personen- und Güterverkehr über die Brennergrenze. In der Initiative Cross-Border Mobility in Alpine Regions wurden Verkehrshotspots ausfindig gemacht und eine Toolbox erstellt, um die Mobilität über die Grenzen hinaus zu fördern. Besonders wichtig seien in dieser Hinsicht der Ankauf neuer Züge - die die technischen Eigenschaften besitzen, um direkt von Innsbruck nach Bozen zu fahren -, sowie die Fertigstellung des Brennerbasistunnels, der die Fahrtzeit mehr als halbieren soll.

3. „Making Farm to Fork strategies work”
Im Sinne der “Farm to Fork“-Strategie, die diese Woche im Europäischen Parlament diskutiert worden ist, stellten regionale Stakeholder ihre Pläne vor, um Lebensmittelkette vom Anbau der Produkte bis in die Teller der Konsumenten einfacher, nachhaltiger und gesünder gestalten zu können. Landeshauptmann Arno Kompatscher hat hier in einer Videobotschaft betont, dass es wichtig sei, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit in der öffentlichen Verwaltung lokale und regionale Produkte bevorzugt werden können, ohne die Wettbewerbsbedingungen zu verzerren, denn nur so kann die lokale Kreiswirtschaft gestärkt werden. Dazu verfasst die Provinz im Moment ein Positionspapier in Zusammenarbeit mit anderen Regionen.

 

 Unterschrift

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Tags: EU Updateregional policy deSouth Tyrol