Wie kann die biologische Vielfalt zur Entwicklung der Gesellschaft und der Wirtschaft beitragen? Welche Rolle kann sie bei der Unterstützung der Erholung in einer Welt nach einer Pandemie spielen? Ist die Natur in Europa gesund? Alle diese Fragen wurden im Rahmen der Grünen Woche 2020 der EU beantwortet, die heuer vom 19. bis 22. Oktober online stattgefunden hat. Zusätzlich zu den Hauptkonferenzen in Brüssel und Lissabon wurden in ganz Europa Partnerveranstaltungen der Grünen Woche von einer Vielzahl von Akteuren wie lokalen Behörden, NGOs und Unternehmen organisiert.

Nach der Verabschiedung der neuen EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 im Mai diesen Jahres hat die Grüne Woche hervorgehoben, welchen Beitrag die Biodiversität und die Natur für die Gesellschaft und die Wirtschaft leisten können, zum Beispiel durch die Schaffung von Arbeitsplätzen oder die Stärkung von nachhaltigem Wachstum. Dabei ist die Pandemie vor allem auch eine Chance, um unser Verhältnis zur Natur zu überdenken und so dem Verlust der biologischen Vielfalt und der allgemeinen ökologischen Krise entgegenwirken.

Die Veranstaltung errang dieses Jahr besonders viel Aufmerksamkeit, da in diesem Rahmen auch die Ergebnisse des EU-Naturzustandsberichts von 2020 vorgestellt wurden. Dieser Überblick, der alle sechs Jahre veröffentlicht wird, ist die größte und umfangreichste Datensammlung und Berichterstattung über die Natur, die in Europa durchgeführt wird. Sie dokumentiert den Zustand und die Trends der Lebensräume und Arten, die von den Mitgliedstaaten im Zeitraum zwischen 2013-2018 gemeldet worden sind und bietet somit einen aktuellen Überblick über den Status Quo im Bereich der Natur. Durch die Analyse dieser Werte wurde klar, dass das größte Ziel, dass die EU vor Jahren ausgemacht hatte, nicht erreicht worden ist: Die Tier- und Pflanzenarten in Europa haben ihren Lebensstandard seit 2010 nur leicht und unbedeutend verbessern können. Die größten Risiken für die Natur seien demnach immer noch die Landwirtschaft, der Klimawandel, Verschmutzungen aller Art, die illegale Jagd sowie die Urbanisierung. 6.000 Maßnahmen sind deshalb von der Europäischen Kommission geplant in Zukunft geplant, um die Lebensräume der Tiere und Pflanzen zu erhalten oder ihren Status aufzuwerten.

Positiv zu vermerken ist, dass die Natur eine wichtige Priorität der EU geworden ist. Sowohl der Finanzhaushaltes der EU für den Zeitraum 2021-2027 als auch die Förderung von Projekten wie LIFE oder der European Green Deal Investment Plan sind alle so ausgerichtet, dass eine nachhaltige Entwicklung der Mitgliedsstaaten im Sinne der Erhaltung der Natur möglich gemacht wird. Auch in Horizon Europe, dem neuen Finanzierungsrahmen für die Bereiche Wissenschaft und Innovation, sollen mindestens 37% der Ressourcen für die Natur eingesetzt werden, während gleichzeitig der neue Plan der gemeinsamen Agrarpolitik die Bio-diversität als eines seiner Hauptziele ausgewählt hatte.

Die diesjährige Ausgabe der Grünen Woche der EU ist zudem ein Meilenstein für den UN-Biodiversitätsgipfel, der für 2021 geplant ist und auf dem die Staats- und Regierungschefs der Welt einen Zehnjahres-Aktionsplan für die biologische Vielfalt verabschieden werden - ein neues globales Abkommen für Mensch und Natur im Pariser Stil.

Die nächste Edition der Europäischen Grünen Woche wird vom 31. Mai bis zum 4. Juni 2021 stattfinden.

 

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