Schon vor der Corona-Krise hatte die Europäische Kommission im Februar 2020 eine neue Digitalstrategie angenommen, doch diese hat spätestens seit der Pandemie noch mehr an Gewichtung gewonnen. Wenn der Bewegungsfreiraum eingeschränkt ist und sich das soziale und wirtschaftliche Leben vor allem online abspielt, dann sind BürgerInnen mehr denn je auf digitale Dienste angewiesen. Zudem wurden im Juli die EU-Leitlinien zur digitalen Kompetenz veröffentlicht, die den Digitalisierungsprozess in Europa weiter stärken sollen. Auch im Arbeitsprogramm der Kommission für 2021 stehen die Digitalisierung und die Bekämpfung von Covid-19 im Fokus.

In diesem EU-Update möchten wir Ihnen einige Maßnahmen vorstellen, die die Europäische Union und auch verschiedene Online-Plattformen ergriffen haben, um mit innovativen und digitalen Lösungen die Coronakrise zu meistern.

1. Digitalen Zugang für alle BürgerInnen sicherstellen
Die Covid-19-Krise hat uns allen gezeigt, wie wichtig der Zugang zu detaillierter, zeitschneller und richtiger Information ist - auch in Zeiten, in denen traditionelle Informationsquellen nicht oder nur teilweise zugängig sind. Nur wer gut informiert ist, weiß, welche Gesundheitsmaßnahmen im Moment zu beachten sind oder welche Förderungen auf regionaler, nationaler oder europäischer Ebene ausgeschrieben sind. Dadurch ist die Nachfrage nach Internetkapazität drastisch gestiegen. Um Engpässe zu vermeiden, hat sich die Kommission mit Telekommunikationsbetreibern in Verbindung gesetzt und einige Minimalstandards vereinbart, die für alle EU-BürgerInnen gewährleistet werden. Auch Programme der digitalen Bildung für SchülerInnen und Studierende, z.B. Erasmus+, wurden erweitert und mit mehr Fördermitteln ausgestattet, um das Online-Lernen effizient gestalten zu können. Auf diese Lernressourcen können Sie hier zurückgreifen.

2. Informationsbeschaffung verbessern
Besonders wichtig wurde es in dieser Hinsicht auch, Nachrichten auf ihren Wahrheitsgehalt zu untersuchen und die Verbreitung von Falschmeldungen möglichst schnell zu unterbinden. Mehrere Online-Plattformen hatten schon vor der Krise einen EU-Verhaltenskodex zur Desinformation unterzeichnet, in dem sich diese Plattformen dafür einsetzen, verlässliche Quellen aktiv zu fördern und falschen Inhalten kein Forum zu bieten. Die soziale Plattform Facebook hat eigene „Fact-Checker“ engagiert, die in der Covid-19-Zeit 40.000 Artikel untersucht haben und sogenannte „Fake News“ im Hinblick auf Corona gekennzeichnet haben. Auch andere Plattformen haben ihre Vertrauensdienste (elektronische Signaturen, Siegel oder Authentifizierungs-Dienste) während der Krise ausgeweitet oder die Aufgabe wahrgenommen, Informationen der Regierungen an die BürgerInnen weiterzuleiten. Einige Webseiten haben sogar eigene Kanäle erstellt, in denen Interessierte Informationen über Förderungen oder neue Gesetze erhalten können.

3. Moderne Technik, um das Infektionsrisiko zu senken
In Form von digitalen Tracking-Apps haben alle EU-BürgerInnen die Möglichkeit, das Infektionsrisiko durch Informationsaustausch zu minimieren. Durch Apps wie die italienische Version „Immuni“ werden sie gewarnt, wenn sie in Kontakt mit einer infizierten Person waren. Dabei liegt der Fokus vor allem auf dem Schutz der personenbezogenen Daten und der Privatsphäre der Nutzer. Seit Mitte September werden zudem Tests in einigen Mitgliedsstaaten durchgeführt, um eine einzige Corona-App für ganz Europa zu entwickeln. Um die Informationen auch grenzüberschreitend zugänglich zu machen, hat die Kommission außerdem eine Reihe von technischen Spezifikationen und Leitlinien hervorgebracht - diese Tools können uns zeigen, welche digitalen Veränderungen notwendig sind, um in Zukunft besser für Krisen gerüstet zu sein.

4. Von der Krise lernen
Zudem haben jetzt die Online-Plattformen die Aufgabe, Daten und Erkenntnisse aus der Krise zu sammeln und zu bewerten. Es positives Beispiel ist hierfür die Zusammenarbeit zwischen Facebook, Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Weltbank. Hier wurden erste Studien durchgeführt, um zu erfahren, wie kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) die Pandemie erlebt und überlebt haben. Die ersten Berichte dieser Studie finden Sie hier. Zudem werden im Moment auch Daten aus dem Weltraumprogramm der EU genutzt, um eine umfassende und kostengünstige Darstellung der industriellen und ökologischen Auswirkungen des Coronavirus zu gewährleisten.

 

 Unterschrift

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