Am 20. und 21. November fanden die Breitbandtage 2017 (Broadband Days 2017) in Brüssel statt.

Die Entwicklung des Breitbands wurde bei einer zweitägigen Veranstaltung, von der Europäischen Kommission veranstaltet, dargelegt. Es nahmen die wichtigsten Akteure der Breitband - Verwendung und Politikgestaltung teil. Anwesend waren Vertreter der Kommission (DG AGRI, DG CNECT, DG COMP, DG REGIO) sowie zahlreiche Investoren, staatliche- und regionale Vertreter sowie Vertreter von großen Unternehmen.

Am ersten Tag der zweitägigen Veranstaltung wurde der Focus auf das Europäische Netzwerk der Breitband-Kompetenzbüros (BCOs) gelegt. Dieses informiert und berät Bürger und Unternehmen und bietet Vertretern von lokalen und regionalen Gebietskörperschaften eine technische Unterstützung zur Frage, wie sie effektiv und wann immer möglich mit einer Kombination von Finanzinstrumenten in Breitband investieren können. Die Europäische Kommission hat Breitband-Kompetenzbüros (BCO-SF) eingerichtet, um den Austausch zwischen Mitgliedern des BCO-Netzes zu beleben und zu erleichtern.
Auch Alessandro Zorer, der Vertreter des regionalen Breitband-Kompetenzbüros von Trient, welches bei der Autonomen Provinz Trient angesiedelt ist, hat an der Veranstaltung teilgenommen und einen Vortrag über innovative Breitbandnetz der Provinz Trient gehalten. Die Autonome Provinz Trient hat es geschafft, durch verschiedene Projekte, auch weniger ländliche Gebiete vornehmlich zu vernetzen.
Die Veranstaltung zielte u.a. darauf ab, den BCO-SF öffentlich zu starten und die Vernetzung von BCOs auf nationaler und regionaler Ebene sowie unter anderen wichtigen Akteuren im Bereich des Breitbands zu fördern und zu erleichtern.
Im Laufe des Nachmittags wurden die Herausforderungen erörtert, mit denen Europa konfrontiert ist, in Hinsicht der Verbreitung des Breitbandnetzes, v.a. in ländlichen Gegenden. Eine große Herausforderung ist zudem die digitale Kluft zwischen Stadt und Land zu überwinden.

Aus den verschiedenen Vorträgen kam hervor:
- Die Infrastruktur muss ausgebaut werden;
- In den nächsten 5 Jahren wird die Kommission 500 Milliarden an Förderungen im Rahmen von verschiedenen Calls für das Breitbandnetz bereitstellen;
- Öffentliche Behörden müssen mit den Akteuren der Privatwirtschaft zusammenarbeiten, um wichtige Infrastruktur auszubauen;
- Der Abbau von Bürokratie soll im Rahmen der Förderprogramme stattfinden (zum Teil wurde die Notifizierung der Calls schon vereinfacht);
- Die Vernetzungslücke soll geschlossen werden (sei es zwischen Stadt und Land, als auch in ganz Europa);
- Die Forschung im Bereich des Breitbandes soll intensiviert werden;
- Die bestehenden Leitlinien werden nicht überarbeitet. Die jetzigen Regeln stehen den neuen Zielen nicht im Wege, weshalb nur eine Anpassung der Umsetzung erfolgen wird.
- Öffentliche Investitionen müssen in ländlichen Gebieten stattfinden, weil diese ansonsten stark benachteiligt im Gegensatz zu städtischen Gebieten sind, wo hingegen die Privatwirtschaft viel investiert.

Am Abend fanden dann, wie jedes Jahr, die „European Broadband Awards“ statt. Es handelt sich dabei um eine Veranstaltung der Europäischen Kommission, die europaweit erfolgreiche Hochleistungsnetzwerke belohnt. Ziel der Auszeichnung ist es, innovative Breitbandnetze und den damit verbundenen „best practices“ in Europa hervorzuheben, die in Richtung einer Gigabit-Gesellschaft gehen.
Um teilzunehmen, muss man lediglich das Formular, welches auf der Homepage der European Broadband Awards zugänglich ist, ausfüllen und per E-Mail versenden (der Einreichetermin für das Jahr 2018 wird noch bekannt gegeben, ist voraussichtlich im August/September).
Die Gewinner in diesem Jahr waren Coviolo (Emilia Romagna/Italien), Colchester (Großbritannien), ein überregionales Projekt in Griechenland, Marttila (Helsinki/Finnland) und Gotland (Schweden). Sie alle haben innovative Breitbandnetze umgesetzt.

Am zweiten Tag lag der Focus der Veranstaltung auf die Entwicklung der EU zu einer „Gigabit-Gesellschaft“, einem „Giga-Europa“.
Dabei wurde zuerst besprochen, was bisher erreicht wurde und was in Zukunft noch geschehen muss, um Europa besser zu vernetzen und allen BürgerInnen (schnelles) Internet zu gewährleisten. Es wurde über verschiede Finanzierungsmöglichkeiten gesprochen, wie man für Beiträge ansuchen kann und die jeweiligen Fristen. Darüber hinaus wurde über WiFi4EU gesprochen, die Initiative der Europäischen Kommission, welche zum Ziel hat, kostenloses Internet an öffentlichen Plätzen zugänglich zu machen.
Interessant war auch, dass abgesehen von den zahlreichen Breitbandexperten die an der Veranstaltung teilgenommen haben, auch sehr viele Vertreter des Bankensektors anwesend waren und über Finanzierungsmöglichkeiten gesprochen haben. Bei den „parallel sessions“ am Nachmittag, gab es verschiedene „speed daitings“ an denen Investoren direkt auf der Suche nach interessanten Projekten gingen und es somit möglich war, eine Finanzierung für das eigene Projekt zu erhalten.

Weitere Thematiken, die besprochen wurden, waren:
- Der Vorschlag eines neuen Regelwerks für die Internet- und Telekommunikationsanbieter: der „European Electronic Communication Code“. Dieser beinhaltet die neuen Gigabit Ziele bis 2025;
- Die Wifi4EU Initiative und die Einführung des Connecting Europe Broadband Fund (CEBF), die die gegenwertigen Verpflichtungen zur Vernetzung vervollständigen von den Structural and Investment Funds (ESIF);
- Die Rolle von Investitionen nach 2020 und der Ausbau von Veranstaltungen, an denen Investoren sich direkt mit den Projektträgern in Verbindung setzen können;
- Große Investitionen müssen getätigt werden, vom öffentlichen als auch vom privaten Sektor.
- Die Normen müssen vereinfacht werden;
- Die Forderung, nach einem transparenteren Markt;
- V.a. in ländlichen Gebieten muss die Öffentlichkeit die Initiative ergreifen und Investitionen tätigen;
- Die Kosten des Breitbandnetzes müssen verringert werden.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier

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