Um das Vorhaben Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen, erfolgreich umzusetzen, hat die Kommission eine Maßnahme eingeführt die das Potenzial haben sollte, den Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft wesentlich zu beeinflussen. Der Verweis bezieht sich auf das europäische Klassifizierungssystem für umweltverträgliches Wirtschaften ("EU Taxonomy System").

Der ständige Fokus, den die europäischen Institutionen auf die Notwendigkeit legen, die Ziele des 2019 vorgestellten Green Deals zu erreichen, und insbesondere die Energieziele, die mit einer Frist bis 2030 festgelegt wurden, sind nicht sinnlos. Es sind nämlich die ersten Schritte, um das Vorhaben, Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen, erfolgreich umzusetzen.
Wenn wir von der Ebene der Absichten zu der der konkreten Maßnahmen übergehen, ist es unmöglich, nicht bei einem der Meilensteine des Green Deal zu verweilen, nämlich dem Aktionsplan "Nachhaltige Finanzen", der von der Kommission im Jahr 2018 ins Leben gerufen wurde.
Genau in diesem Plan findet sich eine ganz konkrete, von der Kommission eingeführte Maßnahme, die das Potenzial haben sollte, den Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft wesentlich zu beeinflussen. Der Verweis bezieht sich auf das europäische Klassifizierungssystem für umweltverträgliches Wirtschaften ("EU Taxonomy System").
Aber was genau ist dieses Taxonomiesystem? Inwieweit kann es tatsächlich dazu beitragen, die oben genannten Ziele zu erreichen? Was sind die kritischen Punkte?
Dies sind einige der Fragen, die dieser Artikel kurz zu beantworten versuchen wird. Bevor diese Fragen beantwortet werden können, muss daher versucht werden, klar zu definieren, was diese europäische Taxonomie eigentlich ist.
In Anlehnung an die von der Kommission selbst gegebene Definition ist die EU-Taxonomie ein Klassifizierungssystem, das eine Liste ökologisch nachhaltiger Wirtschaftsaktivitäten erstellt. Allerdings gibt es derzeit eine Vielzahl von Definitionen für Nachhaltigkeit und unterschiedliche Nachhaltigkeitsratings, was zu mangelnder Vergleichbarkeit von grünen Investitionen für private und staatliche Akteure führt.
Gerade in Bezug auf diese schwierige begriffliche Definition liegt einer der Punkte, die für dieses System sprechen: die Taxonomie kann zu einer Standardisierung der Kriterien für nachhaltige Investitionen führen und dadurch gleichzeitig mehr Transparenz und Vergleichbarkeit fordern. In diesem Sinne hat die EU-Taxonomie das Potenzial als Blaupause für einen globalen Standard zur Definition nachhaltiger Wirstchaftsaktivitäten zu dienen und gleichzeitig der EU eine globale Führungsrolle in diesem Sektor zuzuweisen.
Wenn wir uns andererseits anschauen, welche kritischen Punkte im wissenschaftlichen Bereich angesprochen wurden, ist folgende Frage, die in einer schwedischen Studie aufgeworfen wurde, von brennendem Interesse.
Bei der Analyse der Auswirkung der Taxonomie auf den schwedischen Markt identifizierten die Autoren nämlich, dass viele europäische Länder bereits zur Weltspitze im Bereich der Nachhaltigkeit gehören. Dies könnte es schwierig machen, die europäische Taxonomie einzuführen und den Markt dazu zu bringen, sie zu unterstützen, ohne mit bestehenden nationalen Klassifizierungssystemen in Kontrast zu geraten. Auf jeden Fall wird davon ausgegangen, dass selbst, wenn die Taxonomie den gewünschten Effekt erzielt, dies ein sehr langer und langsamer Prozess sein wird.
Mit diesen unterschiedlichen Ausgangspunkten muss nun versucht werden, eine - wenn auch angesichts der Intention dieses Artikels kurze - Antwort auf die übergeordnete Frage zu geben, ob dieses Instrument wirklich dazu beitragen kann, das Hauptziel eines klimaneutralen Europas bis 2050 zu erreichen.
Da der Kurs der heutigen Wirtschaft nicht mit den Umweltzielen der EU übereinstimmt, werden die Ressourcen des öffentlichen Sektors nicht ausreichen, um diese Herausforderung zu bewältigen, und die Mobilisierung von institutionellem und privatem Kapital wird notwendig sein.
Vor diesem Hintergrund scheint es notwendig, anzuerkennen, dass die europäische Taxonomie einen entscheidenden Wendepunkt für eine grünere und nachhaltigere Zukunft darstellt, da sie ein Instrument ist, das den Übergang zu einer Wirtschaft leiten kann, die mit den Umweltzielen der EU im Einklang steht. Wie immer werden jedoch der politische Wille und die Unterstützung der Mitgliedstaaten der Schlüssel zur vollen Nutzung dieses transformativen Instruments sein.

Firma Joschua

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